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Der niederbayerische Musikantenstammtisch lebt seinen Namen
Die jungen Musikanten aus Niederbayern und der Oberpfalz hat es zum Studieren oder Arbeiten auf München verschlagen. Damals, vor 6 Jahren haben sich die Musikanten so entfernt gekannt. Und es kam die Idee auf, einen Stammtisch einzurichten. Nicht einen wo man nur umanandsitzt und über das schlechte Wetter schimpft oder über die Preissn. Nein- sondern einen mit Musik. Und zwar schöne alte Wirtshausmusik aus ihrer niederbayerischen Heimat Ostbayern. Also sind sie auf die Suche nach musikantenfreundlichen Wirten gegangen.

Die im Gegenzug zum kostenlosen Ohrenschmaus Bier und Brotzeit herausrücken. Das ist ja wahrscheinlich überhaupt der Grund, warum der Musikantenstammtisch sich so gut entwickelt hat- weil fern der Heimat, weit weg von der Mama, da ist jeder froh, wenn er einmal unter der Woche auch was gscheids zum Essn kriegt. Der erste Stammtisch war im Augustiner-Bräustüberl. In so einer Nische, wo man durch ein Fenster in den Stall mit den Bräuroßen schauen kann. Es war sehr laut, und wir waren froh darüber, weil am Anfang haben wir höchstens mittelschön gespielt.

Mit der Zeit ist die Musik dann aber schöner geworden
sogar so schön, dass die Gruppe 2007 den Zwieseler Fink gewonnen hat. Das ist der älteste bayerische Volksmusikpreis. Beim Niederbayerischen Musikantenstammtisch wird ausschließlich auswendig gespielt. Die Zwiefachen, Schottischen, Landler, Dreher und woas da Deife wos no, wie das halt früher bei den Dorfmusikanten so war. Besonders lieb sind ihnen die Tanzlieder und gesungene Zwiefache. Für die Melodie sind die Klarinetten und Trompeten zuständig. Die Begleiter spielen auf der Harmonika, Basstrompeten oder Tenorhörnern, der Bass auf Tuba oder Kontrabass.

Wer unkonventionelle Volksmusik mag, ist beim Stammtisch genau richtig.
Ein frischer Wind weht, wenn der Stammtisch aufspielt. Es juckt einen in den Füssen. Das merkt man auch, wenn man eigentlich mit Volksmusik nicht so viel am Hut hat. Vor allem dann, wenn der Stammtisch mal nicht in altehrwürdigen Münchner Traditionswirtschaften wie dem Hofbräuhaus spielt, sondern zum Beispiel in einem Punkschuppen. Gerne gehen die Musikanten nämlich auch mal zu Leuten, denen sie sonst nicht begegnen würden. Und wenn sie denen dann groovige Wirtshausmusik aufspielen, ohne Staub, Stammtischparolen und Kropfbandl, dann springt der Funke über.